BMI-Grenzwerte für asiatische Bevölkerungen

Die WHO empfiehlt für asiatische Bevölkerungen zusätzliche Handlungsschwellen: erhöhtes Risiko bereits ab BMI 23, deutlich erhöhtes Risiko ab BMI 27,5 – statt 25 und 30. Der Grund ist ein anderer Körperbau, nicht eine andere Rechenformel.

BMI berechnen und mit 23 vergleichen

Größe und Gewicht eingeben – der BMI wird sofort berechnet.

Zwei Skalen für dieselbe Zahl

Die BMI-Formel ändert sich nicht: Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Was sich unterscheidet, sind die Schwellen, ab denen aus einer Zahl eine Empfehlung wird. Die WHO hat die internationale Klassifikation (Übergewicht ab 25, Adipositas ab 30) ausdrücklich beibehalten, damit Länder vergleichbar bleiben, und für asiatische Bevölkerungen zusätzliche Handlungsschwellen bei 23 und 27,5 definiert. Es gibt also keine zweite, konkurrierende Klassifikation, sondern eine zweite Ablesehilfe auf derselben Skala.

WHO-Standard und asiatische Handlungsschwellen im Vergleich
BereichInternationale WHO-KlassifikationHandlungsschwellen für asiatische Bevölkerungen
Untergewichtunter 18,5unter 18,5
Normalbereich18,5–24,918,5–22,9
Erhöhtes Risiko25,0–29,923,0–27,4
Deutlich erhöhtes Risikoab 30,0ab 27,5

Warum die Schwelle 2 Punkte tiefer liegt

Der BMI misst kein Fett, sondern Masse pro Fläche. Bei gleichem BMI tragen Menschen mit süd- oder ostasiatischer Herkunft im Mittel einen höheren Körperfettanteil und mehr davon im Bauchraum, bei tendenziell schmalerem Knochenbau und geringerer Muskelmasse. Genau dieses viszerale Fett steht in Zusammenhang mit Insulinresistenz, Bluthochdruck und ungünstigen Blutfetten. Praktisch heißt das: Ein BMI von 24 kann bei einer Person mit europäischer Herkunft stoffwechselgesund sein und bei einer Person mit indischer oder chinesischer Herkunft bereits mit einem auffälligen Nüchternblutzucker einhergehen. Dieselbe Logik, aus dem umgekehrten Blickwinkel, erklärt auch, warum der BMI bei muskulösen Menschen zu hohe Werte ausweist.

Was das in Kilogramm bedeutet

Der Abstand zwischen BMI 23 und BMI 25 ist keine Kleinigkeit. Bei 1,70 m sind es fast 6 kg. Die folgende Tabelle zeigt für gängige Körpergrößen, welches Gewicht den vier Schwellenwerten entspricht – gerechnet mit Größe in Metern zum Quadrat, also 1,70 m = 2,89.

Gewicht in kg bei BMI 23, 25, 27,5 und 30
GrößeBMI 23BMI 25BMI 27,5BMI 30
1,55 m55,3 kg60,1 kg66,1 kg72,1 kg
1,60 m58,9 kg64,0 kg70,4 kg76,8 kg
1,65 m62,6 kg68,1 kg74,9 kg81,7 kg
1,70 m66,5 kg72,3 kg79,5 kg86,7 kg
1,75 m70,4 kg76,6 kg84,2 kg91,9 kg
1,80 m74,5 kg81,0 kg89,1 kg97,2 kg
1,85 m78,7 kg85,6 kg94,1 kg102,7 kg

Beispiel: Ein Mann mit 1,75 m und 78 kg hat einen BMI von 25,5 (78 geteilt durch 3,0625). Nach WHO-Standard ist das leichtes Übergewicht am unteren Rand, nach asiatischen Schwellen liegt er klar über 23 und nahe der Mitte des Risikobereichs. Eine Frau mit 1,60 m und 60 kg kommt auf 23,4 – nach der internationalen Skala mitten im Normalbereich, nach der asiatischen Ablesehilfe knapp über der ersten Schwelle. In beiden Fällen ist die Konsequenz nicht Alarm, sondern ein zweiter Messwert.

Taillenumfang: die belastbarere Zahl

Weil der BMI die Fettverteilung ignoriert, ist der Bauchumfang bei dieser Frage der aussagekräftigere Wert. Für europäische Bevölkerungen gelten 94 cm (Mann) und 80 cm (Frau) als erste Schwelle, 102 und 88 cm als deutlich erhöht. Für süd- und ostasiatische Bevölkerungen wird bei Männern 90 cm statt 94 cm angesetzt; der Frauenwert von 80 cm bleibt gleich. Messen Sie morgens nüchtern, im Stehen, auf halber Höhe zwischen unterster Rippe und Beckenkamm, ohne einzuziehen. Ergänzend funktioniert das Verhältnis von Taille zu Größe: unter 0,5 gilt als unauffällig, unabhängig von der Herkunft. Bei 1,70 m entspricht das 85 cm.

Was Sie mit dem Ergebnis machen

Liegt Ihr BMI zwischen 23 und 25 und der Taillenumfang unter der Schwelle, besteht kein Handlungsbedarf – halten Sie das Gewicht stabil und lassen Sie Blutdruck und Nüchternblutzucker im üblichen Rhythmus prüfen. Liegt der BMI über 23 und die Taille über 90 bzw. 80 cm, lohnt sich ein Termin in der Hausarztpraxis mit Blutzucker, HbA1c und Blutfetten; welche Werte dort erhoben werden, beschreibt die Seite zum BMI beim Arzt. Ab BMI 27,5 gelten dieselben Bausteine wie bei Übergewicht allgemein: 5–10 % Gewichtsreduktion, Krafttraining, ausreichend Eiweiß. Wie sich das rechnerisch umsetzen lässt, steht unter Kaloriendefizit berechnen.

Eine verbindliche deutsche Leitlinie, die für Menschen mit asiatischen Wurzeln andere BMI-Grenzen vorschreibt, existiert nicht. Die Werte 23 und 27,5 sind Handlungsschwellen für Public-Health-Zwecke, keine Diagnose. Rechnen Sie Ihren BMI ganz normal nach BMI-Tabelle aus und nutzen Sie 23 als zusätzlichen Anlass, genauer hinzuschauen.

Häufige Fragen

Ab welchem BMI gilt man als Asiate als übergewichtig?

Die WHO nennt für asiatische Bevölkerungen zusätzliche Handlungsschwellen: erhöhtes Risiko ab BMI 23, deutlich erhöhtes Risiko ab BMI 27,5. Die offizielle internationale Klassifikation mit 25 und 30 bleibt daneben bestehen.

Warum sind die BMI-Grenzwerte für Asiaten niedriger?

Bei gleichem BMI haben viele Menschen asiatischer Herkunft einen höheren Körperfettanteil und mehr Bauchfett. Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck treten deshalb schon bei Werten auf, die nach WHO-Standard noch als Normalgewicht gelten.

Gilt der niedrigere Grenzwert auch für Menschen mit asiatischen Wurzeln in Deutschland?

Es gibt dafür keine verbindliche deutsche Leitlinie. Sinnvoll ist, den BMI nach WHO zu berechnen und zusätzlich zu prüfen, ob er über 23 liegt, denn dann lohnt sich ein Blick auf Taillenumfang, Blutzucker und Blutdruck.

Welcher Taillenumfang gilt für asiatische Bevölkerungen?

Für süd- und ostasiatische Bevölkerungen werden 90 cm bei Männern und 80 cm bei Frauen als Schwelle genutzt, statt der europäischen 94 und 80 cm.

Rechnet dieser BMI-Rechner mit asiatischen Grenzwerten?

Nein, der Rechner ordnet nach WHO-Klassifikation und Altersrichtwerten ein. Die asiatischen Schwellen 23 und 27,5 vergleichen Sie mit dem angezeigten Zahlenwert selbst.

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