BMI für Frauen altersgerecht einordnen

Ein BMI von 26 bedeutet mit 25 Jahren etwas anderes als mit 68. Altersgerecht heißt: Die Rechnung bleibt gleich, die Bewertungsspanne wandert mit jeder Lebensphase um etwa einen Punkt nach oben – von 19 bis 24 in den Zwanzigern auf 24 bis 29 ab 65.

BMI berechnen (Frau, mit Alter)

Größe und Gewicht eingeben – der BMI wird sofort berechnet.

Die altersgerechten BMI-Richtwerte für Frauen

Die Formel ändert sich nie: Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Was sich ändert, ist die Spanne, innerhalb derer dieser Wert als unauffällig gilt. Die rechte Spalte zeigt, welches Gewicht das bei 1,65 m bedeutet – der häufigsten Körpergröße in Deutschland.

Altersgerechte BMI-Richtwerte für Frauen
AltersgruppeRichtwert BMIBeispiel bei 1,65 mTypisches Thema
19–24 Jahre19–2451,7–65,3 kgKnochendichte aufbauen
25–34 Jahre20–2554,5–68,1 kgSchwangerschaft, Gewicht danach
35–44 Jahre21–2657,2–70,8 kgBeginnende Hormonumstellung
45–54 Jahre22–2759,9–73,5 kgWechseljahre, Fett wandert zur Mitte
55–64 Jahre23–2862,6–76,2 kgMuskelerhalt, Knochenschutz
ab 65 Jahre24–2965,3–79,0 kgReserve, Gewichtsverlauf

Richtwerte in Kilogramm für 1,55 bis 1,75 m

Suchen Sie Ihre Körpergröße in der Spaltenüberschrift und Ihre Altersgruppe in der Zeile. Liegt Ihr Gewicht innerhalb der Spanne, ist Ihr BMI altersgerecht unauffällig – unabhängig davon, was die WHO-Tabelle dazu sagt.

Gewichtsspannen für Frauen in Kilogramm nach Alter und Größe
Altersgruppe1,55 m1,60 m1,65 m1,70 m1,75 m
19–24 Jahre (19–24)45,6–57,748,6–61,451,7–65,354,9–69,458,2–73,5
25–34 Jahre (20–25)48,1–60,151,2–64,054,5–68,157,8–72,361,3–76,6
35–44 Jahre (21–26)50,5–62,553,8–66,657,2–70,860,7–75,164,3–79,6
45–54 Jahre (22–27)52,9–64,956,3–69,159,9–73,563,6–78,067,4–82,7
55–64 Jahre (23–28)55,3–67,358,9–71,762,6–76,266,5–80,970,4–85,8
ab 65 Jahre (24–29)57,7–69,761,4–74,265,3–79,069,4–83,873,5–88,8

Für andere Körpergrößen multiplizieren Sie den BMI-Wert mit dem Quadrat Ihrer Größe: 24 × 1,68² = 24 × 2,8224 = 67,7 kg. Die Herleitung steht auf der Seite zur BMI-Formel, feiner gestaffelte Gewichtstabellen finden Sie unter Idealgewicht nach Körpergröße.

Was sich in jeder Lebensphase verändert

Zwanziger: Die Knochendichte erreicht bis etwa 30 ihren Höhepunkt. Wer in dieser Zeit dauerhaft unter einem BMI von 19 liegt oder die Regelblutung ausbleibt, verschenkt Knochensubstanz, die später fehlt. Ein niedriger BMI ist in dieser Phase kein Erfolg, sondern ein Wert, der Beachtung verdient.

Dreißiger: Schwangerschaften prägen den Gewichtsverlauf. Der BMI wird hier mit dem Gewicht vor der Schwangerschaft berechnet; während der Schwangerschaft ist eine BMI-Bewertung nicht aussagekräftig. Nach der Geburt bleiben oft 1 bis 3 kg zurück, die sich über Jahre summieren können, wenn nichts gegensteuert.

Vierziger: Die Perimenopause beginnt bei vielen Frauen um 45. Der Zyklus wird unregelmäßig, der Grundumsatz sinkt langsam, und Fett verlagert sich vom Hüft-Oberschenkel-Bereich in die Körpermitte. Das Gewicht auf der Waage kann dabei gleich bleiben, während die Hose enger sitzt – ein deutlicher Hinweis darauf, dass der BMI allein nicht ausreicht.

Fünfziger: Nach der Menopause fällt der Östrogenspiegel deutlich, der Grundumsatz sinkt um rund 100 bis 200 kcal pro Tag, und ohne Krafttraining gehen etwa 1 Prozent Muskelmasse pro Jahr verloren. Details zu dieser Phase stehen auf der Seite BMI Rechner Frau ab 50.

Ab 60: Jetzt kehrt sich die Logik um. Ein leicht erhöhter BMI ist eine Reserve für Infekte und Operationen, ein sinkendes Gewicht dagegen ein Warnzeichen. Was das konkret bedeutet, lesen Sie unter BMI für Senioren.

Der Taillenumfang bleibt in jedem Alter gleich streng

Anders als der BMI wird der Taillenumfang nicht nach Alter gestaffelt. Für Frauen gilt durchgehend: unter 80 cm unauffällig, 80 bis 88 cm erhöht, über 88 cm deutlich erhöht. Gemessen wird morgens, auf Nabelhöhe beziehungsweise auf halber Höhe zwischen unterster Rippe und Beckenkamm, am Ende einer normalen Ausatmung.

Ein Beispiel: Eine 58-Jährige mit 1,60 m und 71 kg hat einen BMI von 27,7 – innerhalb des Richtwerts 23 bis 28. Misst ihre Taille 76 cm, ist alles im Rahmen. Misst sie 93 cm, ist der Taillenwert das Signal, obwohl der BMI unauffällig bleibt. Umgekehrt kann eine 40-Jährige mit einem BMI von 23 und 90 cm Taille mehr viszerales Fett haben als eine Gleichaltrige mit BMI 26 und 74 cm. Mehr dazu unter BMI Rechner Frau.

Wenn der BMI unter dem Altersrichtwert liegt

Ein Wert unterhalb der Spanne ist nicht automatisch problematisch – entscheidend ist, ob das Gewicht stabil ist. Kritisch wird es, wenn es ungewollt sinkt: mehr als 5 Prozent in drei Monaten oder mehr als 10 Prozent in sechs Monaten gehören ärztlich abgeklärt. Nach der Menopause erhöht ein BMI unter 20 zusätzlich das Osteoporoserisiko, weil Fettgewebe eine kleine Restmenge Östrogen produziert und weniger Körpergewicht auch weniger Belastungsreiz für die Knochen bedeutet.

Wenn ein niedriger BMI mit ständiger Beschäftigung ums Essen, Kalorienzählen oder Angst vor Gewichtszunahme einhergeht, ist das ein eigenständiges Thema: Das kostenlose BZgA-Beratungstelefon zu Essstörungen erreichen Sie unter 0221 89 20 31. Weitere Einordnung finden Sie unter Untergewicht. Die entsprechende Systematik für Männer zeigt die BMI-Tabelle Mann nach Alter.

Häufige Fragen

Was bedeutet altersgerechter BMI bei Frauen?

Der berechnete BMI bleibt gleich, nur die Bewertungsspanne verschiebt sich mit dem Alter nach oben: von 19 bis 24 in den Zwanzigern auf 24 bis 29 ab 65 Jahren. Die WHO-Klassifikation gilt daneben unverändert.

Welcher BMI ist für eine Frau mit 45 Jahren normal?

Für die Altersgruppe 45 bis 54 Jahre gilt ein Richtwert von 22 bis 27. Bei 1,65 m entspricht das 59,9 bis 73,5 kg. Wichtig ist zusätzlich ein Taillenumfang unter 80 cm.

Haben Frauen andere BMI-Grenzen als Männer?

Nein. Formel und WHO-Grenzen sind identisch, ebenso die Altersrichtwerte. Unterschiedlich sind die Grenzwerte für den Taillenumfang: 80 und 88 cm bei Frauen gegenüber 94 und 102 cm bei Männern.

Ist ein BMI von 21 mit 60 Jahren zu niedrig?

Er liegt unter dem Richtwert von 23 bis 28 für diese Altersgruppe. Bei stabilem Gewicht und guter Kraft ist das unbedenklich, nach der Menopause erhöht ein BMI unter 20 aber das Risiko für Osteoporose.

Gilt der altersgerechte BMI auch in der Schwangerschaft?

Nein. In der Schwangerschaft wird der BMI vor der Schwangerschaft als Ausgangswert genommen, und die empfohlene Gewichtszunahme richtet sich danach. Eine BMI-Berechnung mit aktuellem Gewicht ist dann nicht aussagekräftig.

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