BMI beim Kind mit 11 Jahren

Auch mit 11 Jahren gilt: Der BMI wird über Perzentilen beurteilt, nicht über die WHO-Klassen für Erwachsene. Der mittlere BMI liegt bei etwa 17,1 (Jungen) und 17,3 (Mädchen) – die Pubertät prägt die Werte jetzt stärker als jedes andere Merkmal.

BMI berechnen (Kind, 11 Jahre)

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Warum die Erwachsenen-Grenzen noch nicht gelten

Ein elfjähriges Mädchen mit einem BMI von 21,8 liegt auf P90 – nach den Erwachsenenwerten der BMI-Tabelle wäre derselbe Wert unauffälliges Normalgewicht. Umgekehrt gilt ein BMI von 17 bei Erwachsenen als Untergewicht, bei Elfjährigen ist er der Mittelwert. Solange ein Mensch wächst, braucht es deshalb altersbezogene Referenzkurven nach Kromeyer-Hauschild (KiGGS), wie sie unser Kinder-BMI-Rechner und der Rechner für Jugendliche hinterlegt haben.

Einordnung nach Perzentilen
PerzentilBewertung
unter P3starkes Untergewicht
P3 – P10Untergewicht
P10 – P90Normalgewicht
P90 – P97Übergewicht
über P97Adipositas

BMI-Orientierungswerte für 11-Jährige

Gerundete Richtwerte für das vollendete elfte Lebensjahr, gedacht als Orientierung und nicht als Diagnose.

BMI-Richtwerte im Alter von 11 Jahren
GeschlechtP3P10P50P90P97
Junge14,215,117,121,324,0
Mädchen14,415,417,321,824,4

Gerundete Orientierungswerte nach Kromeyer-Hauschild (KiGGS).

Beispielrechnung für ein 11-jähriges Kind

Ein Junge ist 145 cm groß und wiegt 36,0 kg: 36,0 ÷ (1,45 × 1,45) = 36,0 ÷ 2,1025 = 17,1 – genau P50.

Ein Mädchen misst 148 cm und wiegt 48,0 kg: 48,0 ÷ 2,1904 = 21,9. Der Wert liegt knapp über P90 (21,8) und damit im unteren Bereich von Übergewicht. Steckt das Mädchen mitten im Wachstumsschub, relativiert sich das oft von selbst: Wächst sie im kommenden Jahr auf 156 cm und nimmt dabei 3 kg zu, liegt der BMI bei 21,0 und wieder im Normalbereich. Entscheidend ist auch hier nicht der Punkt, sondern die Richtung der Kurve über mehrere Messungen.

Was mit 11 Jahren körperlich passiert

Elf Jahre ist mitten in der Pubertät oder unmittelbar davor. Bei Mädchen ist die Brustentwicklung meist fortgeschritten, der Längenschub läuft auf Hochtouren und die erste Regelblutung folgt im Schnitt zwischen 12 und 13 Jahren. Bei Jungen beginnt die Pubertät typischerweise zwischen 11 und 12 Jahren mit dem Hodenwachstum – äußerlich zunächst kaum sichtbar, weshalb viele Elfjährige neben gleichaltrigen Mädchen noch kindlich wirken. Größenunterschiede von 20 cm innerhalb einer sechsten Klasse sind normal.

Für den BMI hat das zwei Konsequenzen. Erstens steigt er in dieser Phase schneller als je zuvor in der Kindheit: von 16,6 mit zehn auf 17,1 mit elf allein im Mittel, an den oberen Perzentilen noch deutlicher. Zweitens verändert sich die Zusammensetzung des Gewichts. Mädchen bauen hormonell bedingt Fettgewebe an Hüften, Gesäß und Oberschenkeln auf, Jungen später vor allem Muskelmasse. Der BMI kann beides nicht auseinanderhalten. Eine kräftige Elfjährige und eine gleich schwere, weniger muskulöse Gleichaltrige bekommen denselben Wert.

Genau in diesem Alter beginnt für viele Kinder außerdem die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körperbild – befeuert durch soziale Medien, Vergleiche in der Klasse und den Wechsel auf die weiterführende Schule. Selbst gestartete Diäten in der Pubertät sind riskant: Sie treffen eine Phase, in der der Körper Energie, Eiweiß, Eisen und Calcium für Wachstum und Knochenaufbau braucht. Wenn Ihr Kind über Abnehmen spricht, ist das ein Anlass für ein Gespräch – und gegebenenfalls für einen Termin in der Praxis, nicht für einen Ernährungsplan aus dem Internet.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Anlass sind ein BMI unter P3 oder über P97, ein Perzentilsprung über zwei Kanäle in wenigen Monaten, ungewollter Gewichtsverlust und ein Stillstand des Längenwachstums. Hinzu kommen Warnzeichen rund ums Essen: ausgelassene Mahlzeiten, heimliches Wiegen, starke Beschäftigung mit Kalorien oder abfällige Äußerungen über den eigenen Körper. Bei erhöhten Werten bleibt das Halten des Gewichts während des Wachstums das übliche Ziel, unterstützt durch Sport, der Freude macht, gemeinsame Mahlzeiten und Wasser statt Süßgetränken. Zur weiteren Einordnung dienen unsere Seiten zu Übergewicht und Untergewicht; das BZgA-Beratungstelefon zu Essstörungen erreichen Sie unter 0221 89 20 31. Die Nachbarjahre finden Sie unter BMI Kind 10 Jahre und BMI Kind 12 Jahre.

Häufige Fragen

Welcher BMI ist bei einem 11-jährigen Kind normal?

Normalgewicht bedeutet ein BMI zwischen P10 und P90: bei Jungen etwa 15,1 bis 21,3, bei Mädchen etwa 15,4 bis 21,8. Der Mittelwert P50 liegt bei rund 17,1 beziehungsweise 17,3.

Ist Zunehmen in der Pubertät normal?

Ja. In der Pubertät steigt der Körperfettanteil bei Mädchen hormonell bedingt an, bei Jungen kommt später vor allem Muskelmasse hinzu. Ein steigender BMI gehört in dieser Phase zur regulären Entwicklung.

Darf mein 11-jähriges Kind eine Diät machen?

Selbst gestartete Diäten sind in der Pubertät nicht sinnvoll, weil Wachstum und Knochenaufbau viel Energie und Nährstoffe brauchen. Bei erhöhten Werten wird üblicherweise das Gewicht gehalten, während das Kind weiterwächst – begleitet durch die Kinderarztpraxis.

Warum sind Mädchen mit 11 Jahren oft weiter entwickelt als Jungen?

Die Pubertät beginnt bei Mädchen im Schnitt rund zwei Jahre früher. Während viele Mädchen mit 11 mitten im Wachstumsschub sind, startet bei Jungen meist erst das Hodenwachstum, das äußerlich kaum auffällt.

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